Zwischen „Wir haben eine Idee“ und „Jetzt machen wir das wirklich“
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In den vergangenen zehn Jahren haben wir viele Unternehmen an genau diesem Punkt kennengelernt: Eine Idee ist da, die ersten Entscheidungen sind getroffen und irgendwann wird aus dem Vorhaben etwas Reales. Genau dann entstehen neben der eigentlichen Geschäftsidee viele ganz praktische Aufgaben.
Welche das sind, ist von Gründung zu Gründung sehr unterschiedlich. Manchmal werden zunächst Drucksachen benötigt, manchmal geht es um Verpackungen oder den Versand der ersten Produkte. Bei anderen Unternehmen stehen Lagerung und Kommissionierung im Vordergrund. Und sobald Waren aus dem Ausland bezogen oder international verschickt werden, können auch Zollthemen hinzukommen.
Drei Beispiele aus den vergangenen Jahren zeigen ganz gut, wie unterschiedlich unsere Unterstützung in dieser Phase aussehen kann.
Von der wissenschaftlichen Idee zum ersten Firmenauftritt
Eine Gruppe junger Wissenschaftler kam mit einer ambitionierten Geschäftsidee zu uns. Mit Robotik wollten sie Abläufe auf Baustellen automatisieren.
Das eigentliche Produkt und die technische Entwicklung standen natürlich im Mittelpunkt der Gründung. Gleichzeitig mussten aber auch die Dinge entstehen, die ein junges Unternehmen für seine ersten Schritte nach außen benötigt.
Für eine erste Vorstellung brauchten die Gründer kurzfristig einen Onepager. Wenig später folgte der Firmenstempel für die ersten offiziellen Dokumente. Als die ersten Vertriebsaktivitäten begannen, kamen Flyer hinzu.
Das waren für sich genommen keine außergewöhnlichen Produkte. Entscheidend war vielmehr, dass sie zum jeweiligen Zeitpunkt benötigt wurden und kurzfristig umgesetzt werden konnten.
Gerade bei jungen Unternehmen erleben wir häufig, dass sich der Bedarf innerhalb weniger Wochen verändert. Vieles lässt sich zu Beginn noch gar nicht vollständig planen, weil sich auch das Unternehmen selbst erst entwickelt.
Wenn aus einem Corporate Design ein sichtbarer Auftritt wird
Bei einem Yogastudio war die Ausgangslage eine andere. Logo und Corporate Design waren bereits vorhanden, die Räumlichkeiten waren gefunden und die Eröffnung rückte näher.
Nun ging es darum, die vorhandene Gestaltung für die verschiedenen Anwendungen vorzubereiten und die Marke auch vor Ort sichtbar zu machen.
Die gelieferten Grafiken bereiteten wir als Vektordaten für die Produktion auf. Anschließend realisierten wir die Schaufensterfolierung und kümmerten uns um weitere Dinge, die für die Eröffnung benötigt wurden – darunter Flyer, Stempel und Giveaways.
Gerade an diesem Beispiel zeigt sich, dass Grafik und Produktion häufig eng miteinander verbunden sind. Ein vorhandenes Logo bedeutet noch nicht automatisch, dass die Daten für jede Produktionsart geeignet sind. Je nachdem, ob etwas gedruckt, geplottet oder auf ein Schaufenster aufgebracht werden soll, müssen die Daten entsprechend vorbereitet werden.
Für das Yogastudio war damit kein neues Corporate Design notwendig. Die vorhandene Gestaltung musste vielmehr auf die Anwendungen übertragen werden, die für den Start tatsächlich gebraucht wurden.
Die Ware ist bestellt – aber was passiert, wenn sie ankommt?
Noch einmal ganz anders war die Situation bei einem Onlinehändler. Die Geschäftsidee stand und die erste Ware in Übersee war bereits bestellt.
Damit gab es allerdings einen festen Zeitpunkt, bis zu dem einige wichtige Fragen geklärt werden mussten: Wenn die Seefracht eintrifft, müssen Lagerung, Warenwirtschaft, Verpackung und Versand funktionieren.
Zunächst mussten die Artikel für die Warenwirtschaft aufbereitet werden. Gleichzeitig planten wir die Lagerung und Kommissionierung und beschäftigten uns mit den geeigneten Verpackungslösungen.
Dabei ging es um sehr praktische Fragen. Kann ein Artikel im vorhandenen Originalkarton verschickt werden oder wird eine zusätzliche Versandverpackung benötigt? Welche Kartonagengrößen sind sinnvoll? Wie werden die verschiedenen Produkte gelagert und später für eine Bestellung zusammengestellt?
Hinzu kam die Verbindung zwischen Onlineshop, Warenwirtschaft und Versand. Schließlich sollte aus einer Bestellung im Shop ein möglichst reibungsloser Ablauf entstehen – von der Übernahme der Bestelldaten über die Kommissionierung und Verpackung bis zum Versand an den Kunden.
Während bei den beiden vorherigen Beispielen Grafik, Druck und Außenwirkung eine wichtige Rolle spielten, standen hier Warehousing, E-Commerce und Versand im Mittelpunkt.
Nicht jede Gründung braucht dasselbe
Die drei Unternehmen könnten unterschiedlicher kaum sein. Trotzdem verbindet sie etwas: In einer bestimmten Phase ihrer Gründung entstanden Aufgaben, die außerhalb der eigentlichen Geschäftsidee lagen.
In den vergangenen zehn Jahren haben wir viele solcher Situationen erlebt. Manchmal begann unsere Arbeit mit einem Onepager oder einem Firmenstempel. Bei anderen Unternehmen ging es um Verpackungen, die erste Warenlieferung, Lagerung oder die Anbindung eines Onlineshops. Wieder andere benötigten Unterstützung beim internationalen Versand und bei Zollthemen.
Dabei haben wir gelernt, dass es wenig sinnvoll ist, Gründern von Anfang an ein möglichst großes Leistungspaket anzubieten.
Ein Start-up braucht nicht alles. Aber es braucht das Richtige zum richtigen Zeitpunkt.
Was dieses Richtige ist, verändert sich mit dem Unternehmen. Der Onepager, der heute dringend gebraucht wird, kann einige Monate später längst selbstverständlich sein. Dafür stehen dann vielleicht die ersten größeren Bestellungen im Lager, Produkte müssen kommissioniert werden oder die erste internationale Lieferung wirft neue Fragen auf.
Rückblickend haben uns solche Gründungen deshalb in ganz unterschiedlichen Bereichen beschäftigt – von Grafik und Druck über Verpackung und Versand bis zu Warehousing, E-Commerce und Zoll. Selten wurde alles gleichzeitig gebraucht. Meist begann die Zusammenarbeit mit einer ganz konkreten Aufgabe und entwickelte sich von dort weiter.
Für uns bedeutet die Begleitung eines jungen Unternehmens deshalb nicht, bereits am Anfang zu wissen, welche unserer Leistungen irgendwann einmal gebraucht werden. Viel wichtiger ist, den nächsten konkreten Schritt zu verstehen.
Vier neue Ideen, die jetzt Realität werden
Aktuell begleiten wir wieder vier neue Gründungsprojekte.
Vier Unternehmen mit unterschiedlichen Ideen, Produkten und Geschäftsmodellen. Und schon jetzt zeigt sich, dass auch diesmal keine Zusammenarbeit genauso aussehen wird wie die andere.
Deshalb möchten wir die vier Gründungen in den kommenden Wochen hier vorstellen.
Dabei soll es nicht in erster Linie darum gehen, was wir für diese Unternehmen produzieren, verpacken oder organisieren. Uns interessieren die Menschen und die Ideen dahinter. Wie entsteht aus einem Gedanken ein Unternehmen? Was möchten die Gründer mit ihrer Idee erreichen? Welche Entscheidungen müssen sie treffen, wenn aus einem Vorhaben plötzlich ein echter Betrieb wird?
Natürlich werden wir auch zeigen, wo unsere Arbeit beginnt.
Vielleicht ist es zunächst eine Grafik, die für die Produktion vorbereitet werden muss. Vielleicht geht es um die Verpackung eines neuen Produkts, um die erste Warenlieferung oder darum, wie Bestellungen später gelagert, kommissioniert und verschickt werden. Bei einem anderen Projekt können internationale Lieferungen und Zollfragen früher eine Rolle spielen.
Was daraus im Laufe der nächsten Monate entsteht, wissen wir heute teilweise selbst noch nicht.
Und gerade das macht diese Reihe für uns interessant.
Wenn wir auf die Gründungen zurückblicken, die wir in den vergangenen zehn Jahren begleitet haben, waren es selten die großen Pläne allein, die uns in Erinnerung geblieben sind. Es waren häufig die Momente, in denen daraus konkrete Aufgaben wurden: Der erste Onepager musste zur Präsentation fertig sein. Die Folierung musste vor der Eröffnung an die Scheibe. Die Ware aus Übersee war unterwegs und das Lager musste funktionieren, bevor sie ankam.
Aus „Wir haben eine Idee“ wurde irgendwann „Jetzt machen wir das wirklich“.
Mit unseren vier neuen Gründungsprojekten stehen wir wieder genau an diesem Punkt.
Eine Frage werden wir deshalb allen vier Gründern stellen:
Was möchtest du in die Welt bringen?


